Wohnen in Gelsenkirchen

Gelsenkirchen/München. Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer war als Gast in der Ratssitzung des 13. Juli 2017 – TOP 2: Ordnungspartnerschaft zwischen Polizei und Stadt Gelsenkirchen, hier: mündlicher Bericht der Polizeipräsidentin. Für Gelsenkirchen zog sie ein positives Fazit der Polizeiarbeit. In Sachen Prävention stünde die Polizei vor einer Kooperation mit fünf weiteren Wohnungsbaugesellschaften, so der Bericht in der WAZ.

Mein Kommentar

Am aktuellen Bericht in der Süddeutschen über Gelsenkirchen hat mich die Schilderung gefesselt, wie in Bismarck über persönliche Ansprache versucht wird die Nachbarn zum Bleiben zu bewegen.

Nun kenne ich gerade viele Menschen, die im Süden Gelsenkirchens über Wegzug nachdenken, weil die in dem Bericht geschilderte Situation bei ihnen so ähnlich ist.

Ich möchte den Bericht dahingehend ergänzen, dass die zunehmende Arbeitslosigkeit vor allem unter Jugendlichen in Gelsenkirchen m.E. zu einer Verschärfung der Lebenssituation führt. Deren aktives Leben in der Nacht stellt eine zunehmende Beeinträchtigung der übrigen Bewohner in einem Quartier da. Wenn die Vermieter, Wohnungsgesellschaften und Behörden hier nicht in dem Maße eingreifen wie es erforderlich ist, ist irgendwann die Polizei auch überfordert, und verweigert die Arbeit für Nachtruhe zu sorgen, weil es einfach zu viele Störer sind.

Mir hat die Polizei schon beim zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen gesagt, „Sie rufen jetzt zum achtzigsten Mal an.“ Das zeigt doch in hohem Maße den Grad der Überforderung der Polizei. Dass sie mich aufforderten, nicht mehr anzurufen, ist da schon zwangsläufig; genauso wie die Mitteilung „wir kommen auch nicht mehr“.

Das hat mich schon sehr an die Situation erinnert, die im Präventionsrat-City in der Sommersitzung von Angela Bartelt (Citymanagerin) angesprochen wurde, dass sie Informationen von der Polizei aus Recklinghausen habe, dass die Gelsenkirchener Polizei bei Ladendiebstählen nicht mehr eingeschaltet wird. Die Gründe dafür konnten nicht erörtert werden, da der Vertreter der Polizei in der Sitzung fehlte. Was ich natürlich in Bezug auf meine geschilderte Fragestellung schade fand.

Wenn die Polizeipräsidentin jüngst in der Ratssitzung die Arbeit der Polizei lobt, kann ich mich dem folglich nicht anschließen. Eine Überforderung ist deutlich zu erkennen. Dass man keinen Vertreter in die Präventionsratssitzung abstellen kann, verdeutlicht dieses Manko eines Mangels an polizeilicher Präsenz; vermutlich wegen Personalmangels. Aber wie schon gesagt; die anderen Beteiligten im örtlichen Kampf gegen Störungen des alltäglichen Lebens müssen ihren Beitrag erhöhen. Erst dann könnten Appelle zu Bleiben helfen, die weitere Segregation und prekäres Wohnen in den Quartieren im Süden der Stadt aufzuhalten.

Oft fangen die nächtlichen Ruhestörungen erst nach Mitternacht an! Techno-Gamer beginnen meist um 2 Uhr in der Früh!

Das Ümdenken müsste schnell passieren. Krisenmanager bei Wohnungsgesellschaften, die auch vor Ort agieren und schnell ein Problem lösen, müssen langwierige Verfahren vom Schreibtisch aus ablösen. Und im Zweifel muss gegen die Störer eingeschritten werden. Da darf es keine Entscheidungen im Zweifel zugunsten der Störer geben, die sich hierdurch nur bestärkt sehen.

Als ich mit meiner langjährigen Nachbarin über die Störung in meinem Haus sprach, teilte sie mir mit, dass in allen weiteren Nachbarhäusern ein bis zwei Störer ihr Unwesen treiben und die Menschen in ihrer Nachtruhe stören. Die Wohnungsgesellschaft schreitet dagegen einfach nicht in dem Maße ein, wie sie es sollte, um die Menschen zu schützen, was ihrer Fürsorgepflicht als Vermieter entspräche. Als Grund dafür gibt sie den schnöden Mammon an, von dem die Wohnungsverwalter befallen sind.

Das bedeutet, dass Störer von Vermietern geduldet werden, weil diese auf die regelmäßige Mieteinnahme scharf sind. Das Wohl der übrigen Mieter spielt eine sekundäre Rolle. Bei einer derartigen Sachlage kann man sich einfach nur abwenden und Gelsenkirchen, angesichts einer solchen Verwahrlosung und Verrohung der Sitten, den Rücken kehren.

 

 

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