Kindertagesbetreuung 2016 – Zahlen für Gelsenkirchen

Gelsenkirchen/Wiesbaden. Die in der Öffentlichkeit aus dem Rathaus medial gern als „gut“ bewertete Situation bei der Kindertagesbetreuung in Gelsenkirchen sieht im Landes- und Bundesvergleich nicht so gut aus. Das machen aktuell die Zahlen des Statistischen Bundesamtes deutlich.

Die Zahlen für Gelsenkirchen

Gelsenkirchen – mit dem Schlüssel 05 513 – ist in dem Bericht auf Seite 30 und 31 erfasst.

Ganz erschreckend finde ich dabei die auffallende niedrige Quote der Ganztagsbetreuung (mehr als 7 Std. durchgehend) bereits im NRW-Vergleich mit 6,8 %. Pi mal Daumen müsste die Quote ungefähr im NRW-Vergleich mindestens doppelt so hoch sein, um eine vergleichbare Versorgungslage darstellen zu können.

Die LaGE

Scheint sich wieder einmal zu bewahrheiten, was einst Sozialdezernentin und Kämmerin Henriette Reker bekundete:

Es ist zu konstatieren, „dass die Standards der Aufgabenerfüllung in Gelsenkirchen z.T. weit unter den Vergleichstädten lagen.“ Und: “Es ist daher festzustellen, dass das Angebot kommunaler Leistungen für die Bürger gegenüber dem Landesdurchschnitt, aber auch im Vergleich mit Kommunen ähnlicher Finanzsituation deutlich geringer ausfällt.” (Entwurf des Haushaltssicherungskonzeptes 2010-2013, Drs. 09-14/516, Pkt. 4.1, H. Reker, S. 9/10 Link zur Zip-Datei)

Eine Randnotiz: Zahlen vs. gefühlter Wirklichkeit !?

Interessant ist auch der hohe Anteil von 41 % der Kinder mit „ausländischem Herkunftsland mindestens eines Elternteils“. Da reichen selbst Städte wie Köln, Dortmund und Duisburg – mit um die 30 – 35 % – nicht heran. Das hätte ich so nicht erwarten. Auch nicht, dass lediglich Bielefeld mit 38 % an dieser Stelle mithält. Bochum und Essen liegen hier – für mich auch überraschend – unter 30 %; Bochum sogar nur bei 23 %.

Das Kita-Handbuch hält für diesen Fall einige Lektüre zur Sprachentwicklung von Kindern in Kitas und Vieles mehr bereit.

Ob allerdings der Anspruch aus dem Artikel des Blogbetreibers Textor, Martin R. aus dem Jahr 2002 mit dem Titel „Sprachanbahnung ist nicht Aufgabe des Kindergartens“ heute in der Praxis, und in Gelsenkirchen, gilt und umsetzbar ist, möchte ich angesichts der seitdem veränderten Gemengelage bezweifeln. Aber auch das ist nur ein Teil der gefühlten Wirklichkeit, die, wie oben gesehen, täuschen kann.

Immerhin wurde die Tage von der Handwerkerschaft festgestellt, dass sie an die Politik die Forderung stellt, sie möchte mehr Sprachkurse einrichten, weil die Unternehmen dann auch mehr Kräfte einstellen könnten.

Hier scheint es nicht nur in Gelsenkirchen ein Finanzierungsproblem zu geben, wonach die Städte auf Geld von Land und Bund warten, was zu einem Investitions- und Weiterentwicklungsstau führt, der allerdings weiterhin handfeste Realtiät und keine gefühlte Wirklichkeit ist.

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