Besteht Gelsenkirchener Verwaltung aus Aliens?

Gelsenkirchen. Seit einer Woche ist mal wieder Verwaltungsbashing am täglichen Kaffee-Stammtisch angesagt. Wie sagte noch OB Frank Baranowski im Sommerinterview: man sollte nicht überdramatisieren.

Wollen wir also nur dramatisieren!

Das Drama: Stadtmobiliar in Form von Bänken und Abfallbehälter direkt vor dem Außenbereich eines Cafes von Nino dell’ Aquila, am neu gestalteten Heinrich-König-Platz:

graziella_planung_stadtmobiliar

Die mögliche Absicht: Stärkung des Handels und öffentlichen Raums. Schwächung der Außengastronomie!?

Verwaltung besteht aus Außerirdischen?

„Wer kommt auf so eine absurde Idee, Bänke direkt vor die Nase einer Außengastronomie zu setzen, die mit dem neuen schönen großen Platz sogar expandieren möchte“. Die Kollegen aus der Stammtischrunde schauen mich nur noch mitleidig an, wenn ich versuche ihnen mögliche Beweggründe der Verwaltung ansatzweise zu vermitteln.

Sie halten die Mitarbeiter der Verwaltung für Außerirdische, denen nur daran gelegen ist, den Menschen in dieser Stadt das Leben so schwer wie möglich zu gestalten.

Gegen diesen Mythos kann ich, angesichts der Geschichte mit den Banken und dem Abfallbehälter, die Verwaltung nur schwerlich in Schutz nehmen. Warum auch? Heute war die Projektleitung da, und hat unmissverständlich klar gestellt, dass die Bänke bleiben wo sie sind. Auch der Abfallbehälter.

Der Cafehaus-Chef hat kein nachvollziehbares Argument aus der Diskussion an unseren Stammtisch mitgebracht, außer: Die Planung würde das so vorsehen; das ließe sich nicht ändern.

Typisch Alien: Planung geht über die menschlich naheliegenden Bedarfe!

Planung allein, das muss ich zugestehen, ist eine spärliche Begründung; wie sie eher unter Außerirdischen vorkommen. Obwohl ich noch versuchte die Geschichte von Wolfgang Heinberg und seinem Antrag im Rathaus zu erzählen, die Verwaltung solle lernen nicht immer mit „Ja, aber…“ auf Bürgerwünsche zu entgegnen, sondern offen „Ja, und.. wie kann ich ihnen helfen“ signalisieren.

Da waren die Kollegen, jeder in seinem eigenen Ufo, schon wieder zurück zu ihren Arbeitsplätzen.

Stadtplaner aus Berlin ein Alien und Künstler?

Vielleicht stimmt es diesmal aber, und ein Außerirdischer hat sich diese dramaturgische „Bank und Abfallbehälter-Tragödie“ für Gelsenkirchen ausgedacht, …. Der öffentliche Raum als Theater.  Immerhin ein interessanter Aspekt. Ja, mittlerweile nehmen meine Kaffee-Stammtisch-Kollegen mich wieder ernst. Aber nur als Künstler, glaube ich, der ja bekanntlich seit Beuys in jedem von uns steckt – auch in einem Städteplaner. Glaube ich wenigstens.

Wobei der Abfallbehälter neben dem Cafe-Tisch schon nahe an Beuys Fettecke für Johannes (Stüttgen, einst Lehrer in Gelsenkirchen) heranreicht.

Ich suche nun noch nach dem passenden Namen: „Abfallbehälter für Ninos Gäste“, wäre eine Möglichkeit.

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