Kriminalstatistik und Einwohnerzahl – Was ist die Kriminalstatistik für GE wirklich wert?

Gelsenkirchen. Bei ihrem Besuch im Rathaus, im Hauptausschuss (HFBP) am 18.02.2016, hat die Polizeipräsidentin die neue Kriminalstatistik für in zwei Wochen angekündigt.

Die letzte Statistik 2014 vom 11.03.2015 bezog sich in Teilen für Jahre auf eine Einwohnerzahl, die nicht den amtlichen Zahlen entspricht. Für das Jahr 2012 gibt die Polizeiliche Kriminalstatistik – mit Datum zum 31.12. des Vorjahres 2011 – eine Einwohnerzahl von 256.652 an. Die offiziellen Zahlen vom 31.03.2013 weist die Stadt Gelsenkirchen auf der Basis der Landesstatistik für diesen Zeitpunkt des 31.12.2011 mit 257.994 aus. Das wären 1342 mehr als bisher angenommen, so die Stadt Gelsenkirchen in ihrer Mitteilung.

Es ist anzunehmen, dass die Polizeiliche Statistik demnach auf Zahlen beruht, die mit der Landesstatistik nicht einhergehen. Wenn die Polizei im Jahr 2015 die Einwohnerzahlen zum 31.12.2011 – nach Bekanntwerden im März 2013 – nicht korrigiert hat, fragt sich, was die Polizeiliche Kriminalstatistik dann noch wert ist.

Kriminalitätslagebild für Gelsenkirchen

Realistische Einwohnerzahlen?

Wenn sich Oberbürgermeister Frank Baranowski damals über die realistischen Einwohnerzahlen gefreut hat, die ihm ca. 3,5 Mio. Euro mehr in die Kasse spülen sollten, müsste er sich über die mangelhafte Polizeistatistik auf der Basis der alten Einwohnerzahlen eigentlich ärgern. Es ist mir aber nicht bekannt geworden, dass ein solches Ärgern, geschweige denn ein Monieren dieses Zustandes stattgefunden haben könnte. Vielleicht nutzt der OB in diesem Jahr die aktuelle Veröffentlichung zu einer derartigen Kritik, die entsprechend in den konkreten Teilen kein verhältnismäßig realistisches Bild der Kriminalität in dieser Stadt zeichnet.

Die entscheidenden Größen, die zurzeit mit den Diskussionen um die No-Go-Areas anstehen, werden durch diesen Fakt wohl kaum berührt.

Der Rückgang der Straßenkriminalität in 2014 (Folie 18 – 22) gegenüber den Jahren 2005 und 2006, sowie 2009 bis 2012, ist jedenfalls erstaunlich, und als objektives Kriterium gegenüber dem derzeit gefühlten Anstieg von Verunsicherung im Sozialraum eine auffallende Divergenz. Allerdings ist zum Vorjahr der Taschendiebstahl stark angestiegen, so dass genau dies wohl die gefühlte Verunsicherung kennzeichnen kann, die sich nicht mehr aus einem Gedächtnis der weit zurückliegenden Jahre speist.

 

 

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